Puzzleteile, Personen

5. Netzwerktreffen Lehrerbildung

Vielfalt im Lehrerzimmer: Generationen, Rollen und Einsichten
Puzzleteile, Personen
Foto: rawpixel.com auf Freepik

Lehrerzimmer sind Orte vielfältiger Begegnungen. Routinierte und experimentierfreudige Lehrpersonen unterschiedlicher Fachrichtungen, professionelle „Neulinge“ aus Studienseminaren, lehrerbildenden Hochschulen, neuerdings auch aus ursprünglich nicht-lehramtsbezogenen Studienrichtungen sowie förderpädagogisch arbeitende Lernbegleitungen treffen im Lehrerzimmer aufeinander. Idealerweise könnte das Lehrerzimmer ein Raum des verdichteten professionellen Austauschs sein.

Eingebunden in die konkreten Arbeitszwänge und den Stundentakt der Schulwirklichkeit und aufgrund der unterschiedlichen Statusgruppen, Rollen, Haltungen, Sichtweisen und Wertevorstellungen kann diese Vielfalt im Lehrerzimmer in der Alltagspraxis meist nicht professionell ertragreich genutzt werden. Häufig werden – ganz im Gegenteil – an der Vielfalt im Lehrerzimmer die zahlreichen Herausforderungen und Fragen an die Lehrerbildung als Konflikte sichtbar.

Das 5. Netzwerktreffen am 6. März 2020 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena überschreitet die Lehrerzimmererfahrung in der Raum- und Zeitdimension und anonymisiert die Rollen: Das ZLB hat den Campus der Universität als „großes“ Lehrerzimmer gebucht, die kurze alltägliche Schulpause wird als Fortbildungstag symbolisch auf einen ganzen Tag ausgeweitet, und die Veranstaltenden laden zu einem regen Austausch unterschiedlicher Rollenträger ein: Lehrpersonen, Schulleitungen, Studierende und Lehramtsanwärter/innen, Hochschuldozierende und -forschende, Vertretungen aus den Ministerien, Schulämtern und Studienseminaren sowie dem ThILLM, darüber hinaus die an Lehrerbildung interessierte Öffentlichkeit.  In unterschiedlichen Themenseminaren sollen institutionsübergreifend aktuelle Fragen, Themen und Perspektiven der Thüringer Lehrerbildung bearbeitet werden.

Neben den im Programm ausgewiesenen Themenräumen gibt es im Format des Netzwerktreffens zusätzlich eine OPEN SPACE: Er bietet allen Teilnehmenden die Möglichkeit, Themen- und Fragestellungen zu benennen, die sie mit anderen Personen besprechen und bearbeiten möchten. Die im zwanglosen Raum ermittelten Impulse und Schwerpunkte werden begleitend aufbereitet und abschließend im Plenum präsentiert.

Information

Hier gehts zur Anmeldung

ThILLM-Nr. 212900301

Personen mit Login beim ThILLM melden sich bitte direkt dort an. Hier gehts zum ThILLM.

Programm 6. März 2020 | Campus Carl-Zeiß-Str. 3

Uhrzeit Programmpunkt
ab 8:30 Uhr ANKOMMEN UND ANMELDEN
9:00 Uhr ERÖFFNUNG
9:15 Uhr KEYNOTE
ZUKUNFT SCHULE - LEARNING FROM UTOPIA!
Myrle Dziak-Mahler | Universität zu Köln | Zentrum für Lehrer/innenbildung
10:15 Uhr AUSZEICHNUNG PRAXISSEMESTERSCHULEN
11:00 Uhr KAFFEEPAUSE
11:30 Uhr THEMENRÄUME SLOT 1 MIT OPEN SPACE
12:30 Uhr MITTAGSPAUSE
13:30 Uhr

VORTRAG
LERNEN IM WANDEL
Andreas Jantowski | Direktor des ThILLM

14:30 Uhr WECHSEL IN DIE THEMENRÄUME
14:45 Uhr THEMENRÄUME SLOT 2 MIT OPEN SPACE
15:45 Uhr RAUMWECHSEL
16:00 Uhr OPEN SPACE ERGEBNISPRÄSENTATION
ab 16:30 Uhr ENDE UND AUSKLANG DER VERANSTALTUNG

Programmbroschüre zum Download

Themenräume am Vormittag

Vielfalt im Klassenzimmer: Chance für die Unterrichtsgestaltung Inhalt einblenden

ANDREA BETHGE | ThILLM

Die Unterschiedlichkeit und Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler wird von den Professionellen unterschiedlich aufgenommen und unterschiedlich konnotiert. Dies widerspiegelt sich in den verschiedenen Betrachtungs- und Herangehens-weisen an diese Thematik ebenso wie in den Gesprächen im Lehrerzimmer oder innerhalb der Kommunikation zwischen fachbegleitenden Lehrkräften, Lehramtsanwärter/innen sowie Fachleiter/innen. Die verschiedenen Sichtweisen treffen hier aufeinander. Insbesondere wird die Unterschiedlichkeit der Heranwachsenden nicht immer als Chance für die Unterrichtsgestaltung gesehen - eine Sichtweise, die vorrangig jenen, die sich konstruktiv dem Thema stellen wollen, ohne schon alle Antworten zu kennen, zu schaffen macht.

In diesem Themenraum soll deshalb der Frage nachgegangen werden, wie es noch besser gelingen kann, Vielfalt, aber auch die Verschiedenheit der Sichtwiesen als Chance für die Unterrichtsgestaltung und das eigene Lernen anzusehen sowie eine begründete, nachvollziehbare Argumentation diesbezüglich zu stärken.

Anhand ausgewählter Inhalte, Rückmeldungen und Eigenleistungen von Teilnehmer/innen an einem Qualifizierungsangebot, dem Basiskurs "Didaktik und Unterrichtsentwicklung in heterogenen Lerngruppen" des Qualifizierungskonzeptes "Inklusive Bildung" des ThILLM wird dargestellt, wie die Vielfalt im Klassenzimmer als Ressource für das Lernen im Klassenraum von den Teilnehmenden sukzessive für das Lernen aller nutzbar gemacht wurde und wird. Neben ausgewählten Rückmeldungen der Teilnehmenden werden die Inhalte sowie die in dem benannten Basiskurs im Hinblick auf eine inklusionsorientierte Unterrichtsgestaltung erwerbbaren Kompetenzen transparent gemacht sowie Erfahrungen einzelner thematisiert.

Quasi als Fazit dieser Erfahrungen soll der Themenraum Gelegenheit zum themenbezogenen, inklusionsorientierten, phasenübergreifenden Austausch bie-ten, um insbesondere Lern- und Lehrprozesse von Lehramtsanwärter/innen sowie fachbegleitenden Lehrkräften langfristig zu unterstützen.

Ausbildung der Ausbilder Inhalt einblenden

FLORIAN HESSE & MAYA ZASTROW | FSU JENA | ZLB

Die Verbesserung der Unterrichtsqualität ist ein zentrales Ziel der Lehrerbildung. Auch das Praxissemester (Uni Jena) und das komplexe Schulpraktikum (Uni Erfurt) sollen diesen Prozess unterstützen. Studierende erhalten dabei die Möglichkeit, über ein Semester hinweg an einer Ausbildungsschule fremden Unterricht zu beobachten und erste eigene Unterrichtsversuche durchzuführen. Ihre Erfahrungen sollen sie vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Theorien reflektieren. Dies gilt auch für Lehramtsanwärter/innen im Vorbereitungsdienst. Um entsprechende Reflexionsprozesse zu befördern, braucht es eine professionelle Lernbegleitung und Feedbackkultur auch auf Seiten der begleitenden Lehrpersonen an Schulen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben demgegenüber aber gezeigt, dass sich Lehrpersonen nur selten auf diese Aufgabe vorbereitet fühlen.

Das Projekt Ausbildung der Ausbilder (AUAU) setzt an diesem Punkt an und unterstützt Lehrer/innen, die Studierende im schulischen Teil des Praxissemesters sowie Lehramtsanwärter/innen im Vorbereitungsdienst begleiten. In drei Ausbildungsmodulen (Strukturierte Beratungsgespräche, Unterrichtsdiagnostik, Ko-Konstruktives Unter-richtscoaching) wird versucht, eine die Unterrichtsqualität fördernde Feedbackkultur für die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden und Lehramtsanwärter/innen zu stärken.

Unser Themenraum richtet sich insbesondere an Lehrpersonen, die bereits als fachbegleitende/r Lehrer/in bzw. Verantwortliche/r für Ausbildung (VfA) tätig sind bzw. in Zukunft eine dieser Aufgaben übernehmen werden, sowie an alle weiteren Personen, die sich für das Thema Lernbegleitung interessieren. Gemeinsam wollen wir vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Erfahrungen diskutieren, wie die Lernbegleitung von Studierenden zukünftig noch besser gestaltet werden kann. Zu diesem Zweck wollen wir auch das von uns neu entwickelte Fortbildungsmaterial vorstellen und hinterfragen, inwiefern es mit Ihren Vorstellungen guter Lernbegleitung korrespondiert und wo Potenziale zur Weiterarbeit bestehen.

Herausforderungen der Lehrerausbildung Inhalt einblenden

MICHAEL KAUFMANN, BERND BETHGE | STAATLICHES SCHULAMT SÜDTHÜRINGEN,
EVELYN FIEDLER, MARION BARNIKOL | SEMINARSCHULVER-BÜNDE MEININGEN UND HILDBURGHAUSEN

Thüringen steht vor großen Herausforderungen im Bildungsbereich: Die Unterrichts-absicherung und eine hohe Zahl an Altersabgängen stellen uns vor enorme Aufgaben.
Durch Erhöhung der Zahl der Stellen im und Einführung vierteljährlicher Einstellungstermine in den Vorbereitungsdienst, Flexibilisierung der Einstellung von Lehrerkräften, der Anpassung von Rahmenbedingungen (Wiedereinführung der Verbeamtung, A13 für Lehramt an Regelschulen, Seiteneinstieg für allgemeinbildende Schulen) sowie die Lehrergewinnungs-kampagne wurden bereits wichtige Veränderungen eingeleitet.

SCHULE BRAUCHT LEHRER

Entsprechend der Altersstruktur verlassen in den nächsten Jahren über ein Drittel der Lehrkräfte insbe-sondere in den Mangelfächern den Schuldienst. Seiteneinsteiger in den Thüringer Schuldienst erfordern eine intensive Betreuung in den Schulen und die Nachqualifizierung für pädagogische und methodisch-didaktische Kompetenzen ist eine große Herausforderung an die Schulen und die Seiteneinsteiger.

Erfahrene Lehrkräfte als Fachleitung an den Staatlichen Studienseminaren oder als Fachbegleitung in den Schulen stehen selbst nicht mehr voll für Unterricht zur Verfügung. Schulen kommen an ihre Grenzen, können den Unterricht nicht immer in allen Fächern komplett absichern.

Im Themenraum sollen Strategien, Überlegungen und Ideen mit den Teilnehmenden diskutiert werden, wie wir uns in diesem Spannungsfeld den Herausforderungen der Lehrerausbildung und Nachwuchsgewinnung in der aktuellen Situation und für die Zukunft stellen können.

EINSTELLUNGEN DURCH DIE AUSBILDUNG IN DER REGION

Lehrerausbildung gliedert sich klassisch in die erste Phase, das Hochschulstudium für ein Lehramt (1. Staatsprüfung/Masterabschluss), die zweite Phase, der Vorbereitungsdienst (2. Staatsprüfung) und die dritte Phase, Berufseinstiegsphase und Fort- und Weiterbildung.

In den Schulen finden wir neben Lehrer/innen Studierende in Praxisphasen und Lehramtsanwärter/innen im Vorbereitungsdienst. Der Ort für die weitere Ausbildung wird häufig nach bisherigen Gegebenheiten (Stadt, Kultur, Familie) ausgewählt, andere Orte erscheinen unbekannt, fremd.

Im gesamten südthüringer Raum bestehen aufgrund der vorhandenen Bedarfe gute Einstellungsmöglichkeiten in fast allen Fächern, sowohl für den Vorbereitungsdienst als auch für den Schuldienst.

Können Seminarschulverbünde, die die Lehrkräfte zur Ausbildung im Vorbereitungsdienst in Allgemeinen und Fachseminaren und für die Unterrichtspraxis an Schulen der Region binden, eine Antwort auf diese Herausforderungen seine?

Von Argentinien bis Ozeanien - Internationale Schulwirklichkeit Inhalt einblenden

SIEGLINDE SPATH | FSU JENA | ZLB

Der Themenraum wird mit einem kurzen Impulsvortrag zu Rahmenbedingungen, Betreuungskonzept und bisherigen Erfahrungen aus der Koordination des Praxissemesters im Ausland (PSA) eröffnet. Im Anschluss an die Kurzpräsentation gewähren Alumni-Erfahrungsberichte einen persönlicheren Einblick in ihre professionelle Entwicklung während des Auslandsaufenthalts.

DAS PRAXISSEMESTER IM AUSLAND ALS CHANCE ZUR INTERKULTURELLEN SENSIBI-LISIERUNG ZUKÜNFTIGER LEHRKRÄFTE

Das PSA bietet für Lehramtsstudierende der Universität Jena die Möglichkeit, sowohl andere Schulkulturen und neue didaktische Zugänge zu Fachinhalten als auch den inter- und transkulturell geprägten Unterrichtsalltag an einer Schule im Ausland kennenzulernen.

ZIELGRUPPE

Die Teilnehmer/innen der Veranstaltung sind eingeladen, Potenziale und Herausforderungen eines praxisbezogenen Auslandsaufenthalts zu diskutieren, aber auch die Transfermöglichkeiten in den zunehmend kulturell heterogenen Schulkontext in Deutschland kritisch zu beleuchten. Neben den Akteuren der unterschiedlichen Lehrerbildungsinstitutionen, Lehr-kräften im Schuldienst und Lehramtsstudierenden ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen, sich im Themenraum zur praktischen Umsetzung der Internationalisierungsstrategien in der Lehramtsausbildung auszutauschen.

Wege ins Lehrerzimmer Inhalt einblenden

JÜRGEN VOGT | THILLM

Der demographische Wandel erreicht zunehmend die Thüringer Lehrerzimmer. So wird in den nächsten zehn Jahren ca. die Hälfte der gegenwärtig im staatlichen Schuldienst in Thüringen beschäftigten Kolleg/innen altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden.

Um dem gravierenden Einstellungsbedarf gerecht zu werden, werden seit geraumer Zeit auch Kolleg/innen ohne grundständige Lehramtsausbildung in den staatlichen Schuldienst in Thüringen eingestellt.

Universitäre Hochschul-, Fachhochschul- und Fachschulabschlüsse sowie Meisterprüfungen eröffnen verschiedene Zugänge in den staatlichen Schuldienst. Von der Einstellung in den staatlichen Schuldienst bis zu einer Gleichstellung mit einer grundständig studierten Lehrkraft ist es ein langwieriger, aber lohnenswerter Weg.

VON DER PÄDAGOGISCHEN BEGLEITUNG ZUR NACHQUALIFIZIERUNG

In Abhängigkeit von den Abschlüssen und den geschlossenen Arbeitsverträgen werden den Seiteneinsteiger/innen einerseits gesetzlich geregelte und andererseits zusätzliche Qualifizierungs- und Unter-stützungsangebote durch das TMBJS und die nachgeordneten Einrichtungen angeboten.

So können die Seiteneinsteiger/innen nach Einstellung in den staatlichen Schuldienst unter bestimmten Voraussetzungen an einer Nachqualifizierung (Thüringer Lehrernachqualifizierungsverordnung) oder Weiterbildung teilnehmen. Darüber hinaus er-halten die Seiteneinsteiger/innen Angebote für die Teilnahme an Intensivkursen und/oder für eine pädagogische Begleitung durch Fachleiter/innen. Ebenso wichtig ist die schulinterne Einführung, Begleitung und Unterstützung von Seiteneinsteiger/innen durch die Schulleitung, die/den Verantwortliche/n für Aus-bildung und erfahrene Kolleg/innen. Zusätzlich stehen für Seiteneinsteiger/innen auch die Fortbildungs-angebote des ThILLM im Rahmen der Berufseingangsphase zur Einwahl zur Verfügung.

WAS BIETET DER THEMENRAUM?

In dem Themenraum werden die unterschiedlichen Möglichkeiten und notwendigen Zulassungsvoraussetzungen für die Wege ins Lehrerzimmer vorgestellt.

Darüber hinaus werden den Teilnehmer/innen die unterschiedlichen Qualifizierungsmöglichkeiten für in den staatlichen Schuldienst eingestellte Seitenein-steiger/innen aufgezeigt.

Der Themenraum ist an in Schulen an Lehrerbildung Beteiligte, vorrangig Schulleitungen und Verantwortliche für Ausbildung, gerichtet und ist keine Informationsveranstaltung für interessierte Personen zum Seiteneinstieg.

Themenräume am Nachmittag

Willkommen im Team Inhalt einblenden

SILKE BONDA | THILLM MANDY SCHIMMEL | STAATL. SCHULAMT OSTTHÜRINGEN

Aufgrund des demographischen Wandels und des daraus resultierenden gravierenden Bedarfs an Lehrkräften in Thüringer Schulen werden zunehmend neue Kolleg/innen mit unterschiedlichen Erwartungen und Unterstützungsbedarfen in den staatlichen Schuldienst eingestellt.

Die ersten Jahre der Berufstätigkeit von Lehrkräften stellen eine entscheidende Phase in der beruflichen Sozialisation und Kompetenzentwicklung von Lehrkräften dar.

Berufseinsteiger/innen (dazu gehören auch Seiteneinsteiger/innen) benötigen insbesondere in den ersten Wochen und Monaten nach Einstellung in den Schuldienst eine intensive Begleitung und Unterstützung durch die Schulleitung und den/die Verantwortliche/n für Ausbildung sowie erfahrene Kolleg/innen.

Diese Unterstützung sollte in dreifacher Weise erfolgen: einer persönlichen, einer sozialen und einer beruflichen Unterstützung.

EIN NEUER KOLLEGE - WAS NUN?

Das Thüringer Lehrerbildungsgesetz fordert in der Phase des Beginns der Berufstätigkeit als Lehrer/in: "Die Fortbildung und Personalentwicklung in den ersten beiden Berufsjahren (Berufseingangsphase) dient insbesondere der Einführung in die Arbeitsstrukturen der Schulen und vertieft und erweitert die erworbenen Qualifikationen".

Welche Rolle Ihnen, als in Schule an Lehrerbildung Beteiligte/n oder als erfahrene/r Kolleg/in, zukommt und wie Sie dazu beitragen können eine gute Willkommenskultur an ihrer Schule zu implementieren, möchten wir gemeinsam denken.

Was braucht es, um die unterschiedlichsten Bedarfe der neuen Kolleg/innen zu erfassen und darauf adressatengerecht zu reagieren? Welche Informationen benötigen alle Berufseinsteiger/innen?

NEUE KOLLEGEN? - JA GERN!

Mit diesem Workshop möchten wir Sie für die Viel-falt an Zugängen in den Lehrerberuf und die damit verbundenen unterschiedlichen Biographien der neuen Lehrkräfte in unseren Schulen sensibilisieren. Dazu sollen Fragen wie: "Wie kann es gelingen den "Neuen" einen guten Start zu ermöglichen?" "Welche Kultur besteht in unseren Schulen, neue Kolleg/innen zu integrieren?" diskutiert werden.

In dem Workshop soll außerdem angeregt werden, sich über erfolgreiche Strategien, bewährte Methoden und mögliche Unterstützungsangebote für Berufseinsteiger/innen auszutauschen. Gemeinsame Zeit zum Denken soll weitere Perspektiven eröffnen und den Blickwinkel erweitern.

Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch, Ihre Erfahrungen und Impulse. Es ist uns wichtig, in der gemeinsamen Arbeit Ideen und Handlungswei-sen zu entwickeln, die ein Willkommen im Team erzeugen und neuen Kolleg/innen ermöglichen, gut in den Lehrerberuf zu starten.

Sei Welterklärer & Lieblingslehrer Inhalt einblenden

LISA BÖNSEL | THÜRINGER MINISTERIUM FÜR BILDUNG, JUGEND UND SPORT

In den nächsten zehn Jahren werden so viele Lehrer/inneneingestellt wie noch nie. Um jede Stelle möglichst passgenau zu besetzen, gehen wir neue Wege. Im Januar 2019 startete deshalb eine Informations-, Image- und Werbekampagne zur Lehrergewinnung für den Freistaat Thüringen.

Ein wichtiges Ziel dabei ist es, die gesellschaftliche Wertschätzung für den Lehrerberuf zu stärken. Hier-für wurde u.a. eine Plakataktion gestartet. Zu sehen waren keine Models, sondern Thüringer Lehrer/innen, die für ihren Beruf werben, weil sie davon überzeugt sind: Lehrer sein ist Beruf und Berufung zugleich.

LEERE STELLE? LEHRERSTELLE!

Wie kann den Herausforderungen eines strukturellen und spezifischen Lehrermangels, der vor allem den ländlichen Raum und Grenzgebiete zu anderen Bundesländern betrifft, begegnet werden? Wie können dabei insbesondere die Bedarfsbereiche in den Fokus gerückt werden?
In diesem Themenraum möchten wir Ihnen einen Einblick geben, was im Zuge der Kampagne bereits erreicht wurde und welche Meilensteine noch vor uns liegen. Sie sind eingeladen, über den weiteren Verlauf der Maßnahmen mitzudiskutieren.

2020 ist die Ausweitung von Aktivitäten zur Berufsorientierung geplant. Außerdem ein Veranstaltungsformat zur Bewerbung des ländlichen Raums und die Weiterentwicklung der Kampagnenwebseite zum umfangreichen Informations- und Karriereportal.
Anhand verschiedener Frage- & Themenstellungen wollen wir mit Ihnen über die Ausgestaltung der Kampagne ins Gespräch kommen.

MEHR ALS NUR EIN JOB. IN DER ERSTEN REIHE KANNST DU ALLES SEIN

Zum Hintergrund: Lehrersein bedeutet viel mehr als reine Wissensvermittlung. Die Erste Reihe steht damit als Sinnbild für die Position unserer Lehrkräfte: täglich vor Schüler/innen, hohe Verantwortung tragend und mit den vielfältigsten Herausforderungen konfrontiert. Dabei sind sie: Welterklärer/innen, Angstbesieger/innen, Sorgenschlichter/innen, Berufsberater/innen, Chancenlenker/innen und Weggefährtinnen und Weggefährten.

Die Lehrergewinnungskampagne des Freistaats Thüringen läuft seit Beginn des Jahres 2019 und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der einerseits auf klassischer Werbung, andererseits auf der Optimierung der Informationsmöglichkeiten und nicht zuletzt auf der Anpassung interner Prozesse basiert.

Gesellschafte Naturverhältnisse im Spielfilm Reflektieren Inhalt einblenden

MIRKA DICKEL | FSU JENA | LEHRSTUHL FÜR DIDAKTIK DER GEOGRAPHIE

Unterschiedliche Lebensformen zeichnen sich durch kulturell geformte und historisch gewordene Mensch-Natur-Verhältnisse aus. Diese gesellschaftlichen Naturverhältnisse sind wert- und interessengebunden und zeitigen naturräumliche und soziale Folgen.

Anhand des Spielfilms "Avatar" lassen sich Interes-sen, Strategien und Folgen von Mensch-Umwelt-beziehungen sowie die sie grundierenden Werthaltungen exemplarisch begreifen und Fragen nach ihrer Persistenz und Veränderbarkeit aufwerfen.

Doch wie können wir im Fach Geographie mit Spielfilmen umgehen? Wie bekommen wir einen Zugang zum Spielfilm als stoffliche Überlieferung? Das kann gelingen, wenn wir den Spielfilm als Inszenierung von Erfahrung ernst nehmen.

FILMISCHE GEOGRAPHIEN

In konsequent hermeneutischer Haltung begegnen wir dem Spielfilm als Mittler einer Welterfahrung, die durch die dem Spielfilm eigenen Darstellungsweisen und -praktiken in ihn eingeschrieben ist. Beim Anschauen des Films kommt es zu einem spannungsvollen und produktiven Aufeinandertreffen zwischen dem Erfahrungshorizont des Zuschauers und dem des Films. Es treten Brüche und Leerstellen hervor, an denen unser Fragen und Erkunden einsetzen kann. Wenn wir das Verhältnis zwischen dem Rezipienten und dem Spielfilm als ein im historischen Bewusstsein situiertes verstehen, wird der Spielfilm als das Andere und Fremde erkennbar, als eine Instanz, die anders ist als ich, die mir fremd ist, die mir zugleich etwas zu sagen hat, die mir zu denken gibt, die meinen Verstehensrahmen herausfordert und mein Selbst- und Weltverständnis in Frage stellt. Spielfilme geographisch zu betrachten, meint dann, den Fokus auf die Herstellung von Bedeutung zu legen und zu untersuchen, auf welche Weise Orten, Situationen und Menschen Bedeutungen zugeschrieben, wie Natur- und Kulturverhältnisse medial formiert werden.

ENCODING UND DECODING

Spielfilme werden als "semiotische Resoucen" (Fiske 1993) verstanden. Zwar stimmen die Bedeutungen, die im Zuge der Herstellung des Filmes produziert werden (encoding) und die Bedeutungen, die im Zuge der Rezeption des Filmes zugewiesen werden (decoding) nicht notwendigerweise überein, da es eine Vielfalt möglicher Lesarten gibt. Doch auch wenn Bedeutungen der filmischen Repräsentation polysem sind (vgl. Bollhöfer & Strüver), ist nicht davon auszugehen, dass die Bedeutung sich beliebig konstituiert. Denn sowohl die Produktion als auch die Rezeption des Filmes findet in einem diskursiven Kontext statt.
In unserem Themenraum gehen wir der Frage nach, wie sich eine Reflexion der in die Spielfilme eingeschriebenen Welt- und Menschenbilder, der Kultur- und Naturverhältnisse im Unterricht methodisch anleiten und didaktisch begründen lässt.

Wie Inklusiv ist meine Schule Inhalt einblenden

FRANZISKA GREINER & BÄRBEL KRACKE | FSU JENA | LEHR-STUHL PÄDAGOGISCHE PSYCHOLOGIE

"Eine inklusive Schule braucht keine Schüler/innen mit Behinderung." Aussage eines Studenten im Lehramt der FSU.

Woran erkennt man, ob eine Schule inklusiv ist? Zeichnen sich inklusive Schulen durch räumliche Barrierefreiheit oder eine bestimmte Anzahl an Sonderpädagoginnen und -pädagogen aus? Gibt es Besonderheiten in der Unterrichtsgestaltung oder in der Arbeit mit Eltern?

Derartige Fragen fokussieren wir im Themenraum unter dem Titel "Wie inklusiv ist meine Schule?". Dazu möchten wir ein Instrument zur systematischen Erfassung inklusionsrelevanter Merkmale auf Schul- und Unterrichtsebene vorstellen. Den theoreti-schen Hintergrund dieses Instruments bilden v. a. die Ausführungen von Borsch (2018), Moser (2013) und Reich (2014).

Die Arbeit mit dem Instrument soll dabei helfen, eine analytische Distanz zu eigenen Erfahrungen und Beobachtungen einzunehmen.

Indem "Stellschrauben" von Schul- und Unterrichtsentwicklung sichtbar gemacht werden, können (neue) Handlungsoptionen zur Bewältigung verschiedener Situationen ausgelotet werden.

Der Themenraum bietet die Möglichkeit, die eigene Schulpraxis unter inklusionsrelevanten Gesichts-punkten (erneut) zu reflektieren und in einer offenen Atmosphäre neue Ideen für eine inklusive(re) Gestaltung der eigenen Schule zu entwickeln.

Unterrichten im Team Inhalt einblenden

ULRIKE GREVE, ANTJE KNUTH UND ANDERE | STAATLICHE STUDIENSEMINARE FÜR LEHRERAUSBILDUNG ERFURT UND GERA


In einem Unterricht, in dem alle Schüler/innen gemeinsam lernen, ist die wertschätzende und für die Lernenden beispielgebende Kooperation zwischen Fachlehrer/innen, Sonderpädagog/innen und weiteren Fachkräften eine wichtige Gelingensbedingung.

Dabei geht es nicht um "meine Schüler", "deine Schüler". Pädagog/innen unterschiedlicher Professionen planen und gestalten gemeinsame und individuelle Lern- und Bildungsprozesse in hoher Qualität. Im täglichen Unterricht leben sie ihren Schüler/innen eine offene Haltung in Bezug auf Unterschiedlichkeit vor.

Die gemeinsame Verantwortung und eine transparente Rollenklärung und Aufgabenvertei-lung im Unterricht tragen zur Entfaltung einer respektvollen Beziehungsgestaltung und Lernkultur im Klassenraum bei.

TEAMTEACHING ALS AUSBILDUNGSSETTING

Ein Lehramtsanwärter Förderpädagogik und der zuständige Fachlehrer unterrichten im Team.
Die Kooperation basiert auf unterschiedlichen Kompetenzen und Stärken der Beteiligten.

Anregungen zu grundlegenden Modellen und Reflexionsfragen für das Teamteaching erhalten Lehramtsanwärter/innen und Kolleg/innen der Ausbildungsschulen in einem gemeinsamen Seminar und in Beratungen.

"Was bringe ich ins Team ein? Welches sind für uns geeignete Unterrichtskonzepte? Welche Kooperationsformen und Lernsettings eignen sich?"... sind z.B. Fragen, welche die Teampartner diskutieren.

Der Themenraum gibt einen Einblick zu genannten Schwerpunkten. Gerne beantworten Lehramtsanwärter/innen oder Ausbilder/innen Fragen.

PROJEKT TEAMTEACHING

Seit 2018 besteht die Möglichkeit, dass einige Lehramtsanwärter/innen (LAA), ihren Vorbereitungsdienst im Team mit einem LAA für Förderpädagogik durchführen. Ziel des Projektes ist es, dass die LAA bereits in ihrer Ausbildung die Möglichkeiten und den Nutzen des Teamteachings zur Gestaltung des Ge-meinsamen Unterrichts erleben und erlernen können.

An der ersten Projektphase nahmen drei Grund-schulen teil. In gemeinsamen Projekttreffen
tauschen sich die LAA, die Schulleitungen, die Kollegen der Schule und die Fachleiter der Studienseminare zu ihren Erfahrungen aus und entwickeln so ihre Erkenntnisse und Kompetenzen im Projekt weiter.

Zitat: "Es war eine tolle Zeit. Ich würde gern im Team bleiben und grundsätzlich in dieser Form meinen Un-terricht gestalten."

In der zweiten Projektphase von 2019 bis 2021 wurde das Projekt auf die weiterführenden Schulen erweitert.

Lernbegleitung Digital - Neue Formate im Praxissemester Inhalt einblenden

ALEXANDER GRÖSCHNER, BÄRBEL KRACKE, IRIS WINKLER, CHRISTIANE KIRMSE, RICHARD KLÖDEN, & DORIT WEBER-LIEL | FSU JENA | LEHRSTUHLÜBERGREIFENDES PROJEKT

Lehramtsstudierende auf die aktuellen Heraus-forderungen von Schule gut vorzubereiten, ist ein wesentliches Ziel der Universität. Eine zentrale Gelingensbedingung sind gut betreute Praxiserfahrungen. Im Praxissemester sind dazu die Ausbildungsschulen und die Universität in gemeinsamer Verantwortung. Digitale Medien bieten eine große Chance, Beziehungen zu gestalten, die aufgrund räumlicher und zeitlicher Barrieren schwierig sind.

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts "Digitale Lerngemeinschaften" (DiLe) besteht die Möglichkeit, die Kooperation zwischen den Schulen und der Universität bedarfsorientiert
weiterzuentwickeln. Mentor/innen können über ein webbasiertes System beispielsweise Kontakt zu Forschenden an der Universität aufbauen und sich über neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Laufenden halten.

DIGITALE LERNGEMEINSCHAFTEN

Im Themenraum soll erarbeitet werden, wie mit Hilfe digitaler Medien die Kooperation von Ausbildungs-schulen und Universität konstruktiv umgesetzt werden kann. Dabei geht es vor allem darum heraus-zufinden, welche Unterstützung sich Schulen von der Universität in der Betreuung von Praxissemester-studierenden wünschen. Seitens der Universität wirken Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken am Projekt mit. Die Beteiligten stellen im Workshop mögliche Inhalte der Zusammenarbeit in folgenden drei Schwerpunktbereichen zur Diskussion.

1 Rolle - Kommunikation - Beratung
Für den Lernertrag der Studierenden im Praxissemester hat sich gerade die Qualität der schulischen Begleitung als relevant erwiesen. Im Modul können Mentor/innen unter anderem die zahlreichen, in der Forschung gut dokumentier-ten Rollen von Praktikumslehrpersonen kennenlernen, ihre eigene Rolle dabei sowie entsprechende Handlungsweisen zur Wahrnehmung und Dokumentation von Unterricht reflektieren.

2 Heterogenität und Inklusion
Ziel ist es, Mentorinnen und Mentoren an Praxisschulen dabei zu unterstützen, zukünftige Lehrkräfte im Rahmen des Praxissemesters auf die zentrale Herausforderung zukünftiger Schulentwicklung in Richtung einer "Schule der Vielfalt" vorzubereiten. Dabei trägt die Möglichkeit, sich über Herausforde-rungen von Inklusion und über praktische Fragen der Differenzierung auseinanderzusetzen, dazu bei, erfolgreich Unterricht für heterogene Lerngruppen gestalten zu können.

3 Fachlichkeit
Dieses Modul, an dem die Fächer Chemie, Deutsch und Sozialkunde beteiligt sind, adressiert Mentorinnen und Mentoren als Fachlehrkräfte. Es zielt unter anderem darauf ab, gemeinsam die Frage zu bearbeiten, welche inhaltlichen Weiter-entwicklungen in den einzelnen Fächern aufgrund der Digitalisierung anstehen (z. B. in Chemie: -Simulationen; in Deutsch: digitale Produktion und Rezeption von Literatur; in Sozialkunde: Urteils-bildung und soziale Medien).

Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
Semmelweisstr. 12
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-401700
Diese Seite teilen
Die Uni Jena in den sozialen Medien:
Ausgezeichnet studieren:
  • Logo der Initiative "Total E-Quality"
  • Logo des Best Practice-Club "Familie in der Hochschule"
  • Logo des Projekts "Partnerhochschule des Spitzensports"
  • Qualitätssiegel der Stiftung Akkreditierungsrat - System akkreditiert
Zurück zum Seitenanfang