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Examenspreis des Präsidenten

für das Lehramt 2018
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Meldung vom: 19. November 2018, 16:00 Uhr

Auf Vorschlag des Lehrerbildungsausschusses der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat Frau Julia Grohs den Preis für das beste Lehramtsexamen 2018 erhalten.

Frau Julia Grohs wurde für den Preis vorgeschlagen, weil ihre Studienleistungen im Studiengang Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Geographie, dazu insbesondere ihre herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeit sowie ihr wissenschaftliches, schulisches und gesellschaftliches Engagement erkennen lassen, dass es sich bei ihr um eine hochmotivierte, fachlich kundige wie (fach-)didaktisch versierte Persönlichkeit handelt. Das Engagement von Frau Grohs zeigt, dass sie in einer Weise in der Lage ist, den besonderen Anspruch des Lehramts zu meistern, der höchstes Lob anzuerkennen ist. Sichtbar wird nämlich, dass sie sich klar, sachlich fundiert und eigensinnig an den lehramtstypischen Schnittstellen positioniert. Gemeint sind die oft schwierigen Übergänge zwischen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Theoriebildungen, zwischen wissenschaft­licher Theorie und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie auch der schulischen Praxis.

Frau Grohs zeigt eindrucksvoll, wie zwischen Fachdidaktik mit Fachwissenschaft vermittelt werden kann und so ein Weg in eine zeitgemäße und anspruchsvolle Unterrichtspraxis geebnet wird. Exemplarisch dafür steht ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit zum Thema „Unterbelichtet: über die Verwendung und Funktion des Begriffs ‚Dunkeldeutschland‘ aus geographischer Perspektive“. Vorgelegt wurde eine Arbeit zum Gegenstand regionale Identität, einem geographischen Klassiker, der hier auf die Frage der Bildung und Umbildung von raumbezogenen Identitäten durch Sprache gewendet ist. Im Mittelpunkt stehen somit machtvolle Raumproduktionen, die in Narrativen wie „Dunkeldeutschland“ zum Ausdruck kommen und als einfache Deutungsangebote oft ein großes Potential für individuelle und kollektive Identitätsbildungen von enormer Brisanz mit sich führen. Kurzum: Solcherart geographische Narrative finden meist unreflektiert Einzug in die Denk- und Wahrnehmungsweisen von Menschen; sie bilden. Folglich hat sich ein Geographieunterricht mit gesellschaftskritischem Anspruch diesen einseitigen Identitätspraktiken und -politiken anzunehmen und gangbare Wege für die Dekonstruktion von Deutungen sowie die Umbildung von Selbstzuschreibungen zu suchen. Einen solchen Weg bis hin auf die Ebene der konkreten Praxis geographischer Vermittlung führt die Arbeit auf innovative Weise vor.

Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist die Abschlussarbeit exzellent. Die Ergebnisse wurden von Frau Grohs im Humangeographischen Kolloquium des Instituts für Geographie vorgestellt und diskutiert. Die Arbeit wurde unter den Fachkollegen hochgelobt und wird nun für die Publikation in der neugegründeten Reihe „Jenaer Studien zur Humangeographie“ vorbereitet. Das herausragende wissenschaftliche Können und Engagement zeigte sich jedoch nicht nur dort, sondern ebenso auffällig in den Lehrveranstaltungen und bei der Mitwirkung an mindestens einer weiteren Veröffentlichung im Themengebiet Nachhaltigkeit.

Neben den herausragenden wissenschaftlichen Leistungen ist außerdem das gesellschaftliche Engagement der Kandidatin hervorzuheben. Erkennbar wird, dass ihre universitäre Ausbildung von Anfang an Eingang in verschiedene Praxisfelder gefunden hat. So engagiert sich Frau Grohs ehrenamtlich bei der Deutschförderung für Migranten, insbesondere bei der Erstellung von individuellen Lernförderungskonzepten für unterschiedliche Leistungsniveaus. Im Rahmen eines Erasmus-Programm in Portugal hat sie bei der Gestaltung und Durchführung von Workshops zum Thema „Sustainable Dilemmas“ mitgewirkt. Darüber hinaus engagierte sie sich während ihres Studiums bei der Gestaltung von Projektarbeiten, Projekttagen und Klassenfahrten in einer Thüringer Realschule und unterstützt außerdem einen Frauenverein in Form von Weiterbildungsangeboten für Arbeitssuchende.

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